23. November 2007

Die Wissenschaftsstadt Pisa

Pisa in der Toscana ist eine enorm unterschätzte Stadt. Die meisten Besucher reduzieren sie auf den schon sprichwörtlich gewordenen schiefen Turm von Pisa. Mit fiel Glück steht noch das Battistero, die runde Taufkirche vor dem Dom, mit auf dem Besuchsprogramm. Die wissenschaftlichen Leistungen, die von Pisa ausgingen, würdigt kaum jemand. Welchen Tourist weiss schon etwas mit einen der berühmtesten Kindern der Stadt und großen Mathematik-Genie aus dem Mittelalter, Leonrdo Fibonacci, etwas anzufangen. Noch heute plagen sich (nicht nur) Studenten der Naturwissenschaften mit den nach ihm benannten Zahlenreihen. In der Allgemeinheit vielleicht sogar noch etwas bekannter ist ein anderer großer Sohn der Stadt: Galileo galilei, der Mann der das abendländische Weltbild veränderte und mit seinem Ausspruch „Eppur si muove“ (Und sie bewegt sich doch) der Inquisition trotzte.

Die Wissenschaft hat in Pisa schon sehr früh eine Heimat gefunden. Die Universität von Pisa geht auf eine alte rechtsschule zurück. Diese Lehranstalt ist bereits im 12. Jahrhundert belegt. 1329 wurde ihr vom Papst das Privileg erteilt, die Studenten in Theologie, Jura und Medizin unterweisen zu dürfen. Cosimo I: etablierte 1543 die universität, deren historische Räumlichkeiten sich vom Domplatz bis weit hinunter zum Arno ziehen. Dieser Medici war es auch, der allen Florentinern nahelegte, in Pisa zu studieren.

40.000 Stundenten aus aller Herren Länder machen heute Pisa zur zweitgrößten Universität in der Toskana. Der Botanische Garten steht übrigens allen offen, nicht nur Studenten. Vielleicht wäre das ein Punkt für das Besuchsprogramm - Eine symbolische Verneigung vor der Wissenschaftsstadt Pisa und den Impulsen für die moderne Welt, die von ihr ausgingen.

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